In der sehr gut besuchten Abendveranstaltung stand mit Heinrich Vogeler ein über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannter Künstler im Mittelpunkt, der von 1927 bis 1931 in der Britzer Hufeisensiedlung gewohnt hat. Vorgestellt wurde die vor einem Monat erschienene neue Vogeler Biographie „Auf der Suche nach einer besseren Welt – Heinrich Vogeler 1872-1942”. Mithilfe von Zitaten und Bildern gelang dem Autor Siegfried Bresler, ein differenziertes Bild des politischen Künstlers zu zeichnen, das sich wohltuend von der Zweiteilung seiner Person in den Jugendstilmaler der Zeit vor dem 1. Weltkrieg und den der kommunistischen Idee verpflichteten Propagandisten des letzten Drittels seines Lebens abgrenzte.
Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand der Nachweis von Vogelers Arbeiten als ein Gesamtwerk, aus dem sich für jede Epoche anhand von Beispielen zeigen lässt, wie sich der Künstler der politischen und sozialen Entwicklung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gestellt und seine Kunst dem Stand seiner sich entwickelnden Weltsicht angepasst hat; und das, ohne den Macht- und Beziehungsverhältnissen, denen er im privaten wie im öffentlichen Leben unterworfen war, Zugeständnisse zu machen.
Indem Bresler in seinem Vortrag sich bemühte, Vogeler und sein Werk als Ganzes anschaulich zu machen, gelang es ihm, den Blick der Anwesenden auf die Wendungen im Leben des Künstlers zu lenken, die seine Einstellung als Moralisten und Humanisten deutlich machen, eine Einstellung, der das Eintreten für eine solidarische, gerechte und gewaltfreie menschliche Gemeinschaft von gleichberechtigten Mitgliedern als Leitmotiv zugrunde liegt.
Der Beifall, mit dem Siegfried Bresler am Ende des Vortags und der anschließenden Diskussion verabschiedet wurde, zeigte, inwieweit Vogelers einleitende Worte seiner 1952 von Erich Weinert herausgegebenen Selbstbiographie auch für die Ausführungen von Siegfried Bresler als zutreffend angesehen worden sind: „Vielleicht kommt dieses Buch zu Menschen, die Wege suchen zu neuem Leben und in meiner Erzählung die Irrwege erkennen, die sie selber nicht mehr zu begehen brauchen.”
Hufeisern gegen Rechts dankt dem Britzer Bürgerverein und seiner Vorsitzenden Hannelore Knippel für die Nutzung der Räumlichkeit.
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